Avodah Zarah 73

Kapitel 73

א הואיל וראוי לביאה מטמא נמי בזיבה אמר רבינא הלכך הא תינוקת עובדת כוכבים בת ג' שנים ויום אחד הואיל וראויה לביאה מטמאה נמי בזיבה
1 da ein solches zum Beischlaf geeignet ist, so ist es auch wie ein Flußbehafteter verunreinigend. Rabina sagte: Daher ist ein nichtjüdisches Mädchen mit drei Jahren und einem Tage, da sie dann zum Beischlaf geeignet ist, wie eine Flußbehaftete verunreinigend. —
ב פשיטא מהו דתימא האי ידע לארגולי והא לא ידעה לארגולי קמ"ל
2 Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, weil jener zu verleiten versteht, dieses aber nicht, so lehrt er uns.
ג מיסתמיך ואזיל ר' יהודה נשיאה אכתפיה דרבי שמלאי שמעיה א"ל שמלאי לא היית אמש בבית המדרש כשהתרנו את השמן אמר לו בימינו תתיר אף את הפת אמר לו א"כ קרו לן בית דינא שריא דתנן העיד רבי יוסי בן יועזר איש צרידה על אייל קמצא דכן ועל משקה בית מטבחיא דכן ועל דיקרב למיתא מסאב וקרו ליה יוסף שריא
3 R. Jehuda der Fürst ging gestützt auf die Schulter seines Dieners R. Šimlaj und sprach zu ihm: Šimlaj, du warst gestern abends nicht im Lehrhause, als wir das Öl erlaubt haben. Dieser erwiderte: In unseren Tagen solltest du auch das Brot erlauben. Jener entgegnete: Man würde uns dann das erlaubende Gerichtskollegium nennen. Wir haben nämlich gelernt: R. Joseph b. Joe͑zer aus Çereda (und Joseph b. Joḥanan aus Jerušalem) bekundete(n), daß die Widderheuschrecke rein sei, daß die Flüssigkeiten im Schlachthause rein seien, und daß, wer einen Toten berührt, unrein sei; man nannte ihn daher Joseph den Erlaubenden.
ד אמר ליה התם שרא תלת ומר שרא חדא ואי שרי מר חדא אחריתי אכתי תרתין הוא דהויין א"ל אנא שראי אחריתי מאי היא
4 Dieser erwiderte: Jener hat drei Dinge erlaubt, während der Meister nur eine Sache erlaubt hat, und wenn er noch eine erlauben würde, so würden es immer nur zwei sein. Jener entgegnete: Ich habe bereits etwas anderes erlaubt. — Was ist dies? —
ה דתנן זה גיטך אם לא באתי מכאן עד שנים עשר חודש ומת בתוך שנים עשר חודש אינו גט ותני עלה ורבותינו התירוה לינשא ואמרינן מאן רבותינו אמר רב יהודה אמר שמואל בית דינא דשרו משחא
5 Wir haben gelehrt: [Wenn jemand zu seiner Frau gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief, falls ich von jetzt ab in zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebrief ungültig. Hierzu wird gelehrt, unsere Meister erlaubten ihr zu heiraten; und auf unsere Frage, wer diese Meister seien, erwiderte R. Jehuda im Namen Šemuéls, es sei das Gericht, das [nichtjüdisches] Öl erlaubt hat.
ו סברי לה כר' יוסי דאמר זמנו של שטר מוכיח עליו וא"ר אבא בריה דרבי חייא בר אבא ר' יהודה הנשיא הורה ולא הודו לו כל שעתו ואמרי לה כל סייעתו
6 Sie sind der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweise es. R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte [im Namen R. Joḥanans]: R. Jehuda der Fürst entschied demgemäß, aber sein ganzes Zeitalter, und manche sagen, sein ganzes Kollegium, pflichtete ihm nicht bei.
ז א"ל רבי (אליעזר) [אלעזר] לההוא סבא כי שריתוה לאלתר שריתוה דלא אתי או דלמא לאחר שנים עשר חודש דהא איקיים ליה תנאיה
7 R. Elie͑zer sprach zu einem Greise: Habt ihr, als ihr es erlaubt habt, es sofort erlaubt, da er nicht kommen wird, oder erst nach zwölf Monaten, da erst dann die Bedingung in Erfüllung geht? –
ח ותיבעי לך אמתני' דתנן הרי זה גיטך מעכשיו אם לא באתי מכאן עד שנים עשר חודש ומת בתוך שנים עשר חודש הוי גט דהא איקיים ליה תנאי
8 Dies ist ja auch hinsichtlich einer Mišna fraglich!? Wir haben nämlich gelernt: [Wenn jemand zu seiner Frau gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief von jetzt ab, falls ich von jetzt ab in zwölf Monaten nicht komme, und er innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebrief gültig. Weil die Bedingung in Erfüllung gegangen ist.
ט ותיבעי לך לאלתר הוי גיטא דהא לא אתא או דלמא לאחר י"ב חודש דהא איקיים ליה תנאיה אין ה"נ אלא משום דהוית בההוא מניינא
9 Du kannst nun fragen, ob die Scheidung von sofort gültig ist, da er nicht kommen wird, oder erst nach zwölf Monaten, da erst dann die Bedingung in Erfüllung geht. – Dem ist auch so, nur warst du bei jener Abstimmung anwesend.
י אמר אביי הכל מודים לכשתצא חמה מנרתיקה לכי נפקא קאמר לה וכי מיית בליליא גט לאחר מיתה הוא
10 Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn [er zu ihr gesagt hat:] sobald die Sonne aus ihrem Futterale hervorkommt, er gemeint hat, sobald sie hervorgekommen ist, und wenn er nachts gestorben ist, so ist dies eine Scheidung nach dem Tode.
יא על מנת שתצא חמה מנרתיקה מעכשיו קאמר לה וכי מיית בליליא הא ודאי תנאה הוי וגט מחיים הוא כדרב הונא דאמר רב הונא כל האומר על מנת כאומר מעכשיו דמי
11 Und daß ferner, [wenn er gesagt hat:] mit der Bedingung, daß die Sonne aus ihrem Futterale hervorkomme, er gemeint hat, von jetzt ab, und wenn er nachts gestorben ist, so ist die Bedingung in Erfüllung gegangen und die Scheidung bei Lebzeiten erfolgt. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn jemand ‘mit der Bedingung’ gesagt hat, sei dies ebenso, als würde er ‘von jetzt ab’ gesagt haben.
יב לא נחלקו אלא באם תצא ר' יהודה הנשיא סבר לה כר' יוסי דאמר זמנו של שטר מוכיח עליו והוה ליה כמהיום אם מתי כמעכשיו אם מתי ורבנן לית להו דר' יוסי והוה ליה כזה גיטך אם מתי גרידא
12 Sie streiten nur über [die Wendung:] wenn sie hervorkommt; R. Jehuda der Fürst ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, das Datum der Urkunde beweise es, somit ist es ebenso, als würde er gesagt haben: von heute ab, falls ich sterbe, von jetzt ab, falls ich sterbe, und die Rabbanan sind nicht der Ansicht R. Joses, somit ist es ebenso, als würde er nur gesagt haben: falls ich sterbe.
יג גופא העיד יוסי בן יועזר איש צרידה על אייל קמצא דכן ועל משקה בי מטבחיא דכן ועל דיקרב למיתא מסאב וקרו ליה יוסף שריא מאי אייל קמצא רב פפא אמר שושיבא ורב חייא בר אמי משמיה דעולא אמר סוסביל
13 Der Text. Joseph b. Joe͑zer aus Çereda bekundete, daß die Widderheuschrecke rein sei, daß die Flüssigkeiten im Schlachthause rein seien, und daß, wer einen Toten berührt, unrein sei; man nannte ihn daher Joseph den Erlaubenden. Was ist dies für eine Heuschreckenart? R. Papa sagte, die Šošiba; R. Ḥija b. Ami sagte im Namen U͑las, die Susbil.
יד רב פפא אמר שושיבא וקמיפלגי בראשו ארוך מר סבר ראשו ארוך אסור ומר סבר ראשו ארוך מותר רב חייא בר אמי משמיה דעולא אמר
14 R. Papa sagte, die Šošiba, und sie streiten über die [Heuschrecke] mit einem langen Kopfe; einer ist der Ansicht, die mit dem langen Kopfe sei verboten, und einer ist der Ansicht, die mit dem langen Kopfe sei erlaubt. R. Ḥija b. Ami sagte im Namen U͑las,